TUI Mein Schiff 5
Die Vielfalt des östlichen Mittelmeers
Tarent · Matera · Korfu · Athen · Epidaurus · Mykene · Korinth
Anreise & Sail Away
Früh in der Nacht - um 05.20 Uhr - startete unser Flieger von Hannover nach Heraklion. Der Flug dauert eigentlich nur um die 3 Stunden und gefühlt fast genauso lange dauert es aber bis die Koffer auf das Gepäckband in Heraklion fallen. Vor 20 Jahren waren wir schon einmal hier und gefühlt hat sich nichts verändert.
Dafür klappt der Transfer durch TUI Cruises wirklich reibungslos und wir sind nach nur knapp 15 Minuten am Schiff, wo wir direkt einchecken können.
Da es in den Fliegern ja auch kein Frühstück mehr gibt, steuer wir das Buffet-Restaurant des Schiffes (Ankelmannsplatz) an und starten ganz entspannt mit einem späten Frühstück gefolgt von einem ersten Rundgang.
Wir waren 2017 zuletzt auf einem Schiff (AIDAaura). Und obwohl die Mein Schiff 5 einiges größer ist - findet man sich doch gut zurecht und hat nicht das wuselige Gefühl unserer letzten Reisen. Das Schiff bietet auf 295 Metern Länge Platz für 2.534 Gäste. Mit 11 Restaurants, 16 Bars und über 1.200 Kabinen. Ungefähr 1000 Menschen arbeiten aus allen Nationen arbeiten auf dem Schiff.
Unsere Kabine konnten wir am Nachmittag erst beziehen und so überbrücken wir die Zeit bei einem Aperol am Pool.
Seetag
Der erste Morgen auf See beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück in der "großen Freiheit" fernab vom normalen Frühstücksbuffet-Troubel. Draußen zieht das ruhige, tiefblaue Meer vorbei. Ein anderes Kreuzfahrtschiff begleitet uns in der Ferne und taucht im Laufe des Tages immer wieder am Horizont auf.
Heute gibt es keinen Zeitdruck. Wir gehen über die Decks, stehen an der Reling und genießen die Weite. Das Wasser ist so ruhig, dass Himmel und Meer beinahe ineinander übergehen.
Zwischendurch gibt es etwas zu essen, einen Kaffee oder ein Getränk auf dem Balkon. Gerade diese stillen Stunden machen einen Seetag besonders: Das Schiff bewegt sich weiter, während für uns die Zeit langsamer wird.
Sonntag, 7. Juni 2026
Von Taranto nach Matera
Am Morgen liegt die Mein Schiff 5 im Hafen von Taranto (Tarent). Zum Frühstücken in der großen Freiheit ist leider keine Zeit - der gebuchte Ausflug nach Matera geht früh los.
Wir steigen durch die Gassen hinab und besichtigen ehemalige Höhlenwohnungen. Einfache Betten, Werkzeuge, Krüge, Lampen, Vorratsflaschen und Arbeitsgeräte zeigen, wie hart das Leben hier einst gewesen sein muss. Zwischen all der Geschichte fallen immer wieder kleine Details ins Auge: Kaktusfeigen an einer Wand, Blumen in Innenhöfen, ein roter Motorroller vor hellem Stein, kleine Souvenirs und eine Trattoria in einer Gasse.
Eine ausführliche Beschreibung gibt es in dem Artikel:
https://www.hauptsache.reisen/laender/ziel-suedeuropa/ziel-italien/325-taranto-italien.html
Montag, 8. Juni 2026
Korfu und die weiße Nacht

Die Einfahrt morgens in Richtung Korfu und dem Sonnenaufgang vom Balkon zu sehen für sich ein Highlight.
Für die Erkundung von Korfu selbsthatten wir einen Mietwagen vorbestellt - oder meinten es zumindest - das Auto war für einen falschen Tag reserviert. Die nette Dame in der Vermietung von Enterprise konnte es aber trotzdem für uns arrangieren.
Erster Stop auf einer nicht unbedingt Autofahrer freundlichen Insel war der Flughafen. Hier kann man Flugzeug sehr nah bei Start&Landung sehen. Leider wollte keiner landen, so dass wir nach kurzen Warten weiter fuhren.
Autofahren selbst empfanden wir als sehr chaotisch. Insbesondere in Korfus Hauptstadt selbst kommt man schlecht vorwärts. Hier ist man besser zu Fuß unterwegs. Außerhalb ist es aber auch nicht viel schneller - die Straßen schlecht und eine geringe Geschwindigkeit.
Das Achilleion - Palast von Kaiserin Elisabeth
Der Sissypalast, offiziell Achilleion, wurde 1890–1892 für Kaiserin Elisabeth von Österreich erbaut und zählt heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Korfus. Sissy ließ den Palast im neoklassizistischen Stil errichten, inspiriert von der griechischen Mythologie und ihrer Bewunderung für Achilles. Die Innenräume zeigen noch immer Elemente ihres persönlichen Geschmacks, während die weitläufigen Gärten mit Statuen und Terrassen einen beeindruckenden Blick über die Insel bieten. Nach Sissys Tod ging der Palast an Kaiser Wilhelm II. über, der ihn weiter ausbauen ließ. Heute ist das Achilleion ein Museum, das Einblicke in das Leben der Kaiserin und die wechselvolle Geschichte des Gebäudes vermittelt.
Der Palast selbst ist ziemlich in die Jahre gekommen und wird wohl gerade renoviert, daher ist eine Besichtigung nur von außen möglich.
Der Nachmittag & White Night Party
Die Fahrt über Korfu hat nicht gut funktioniert - vom Achilleion weiterfahren war nicht schnell. Die Strassen teils sehr eng und die Geschwindigkeit niedrig. Eigentlich wollten wir noch weiter die Insel erkunden, haben uns aber entschieden den Wagen zurückzugeben und waren dann gegen 14.00 Uhr zurück auf dem Schiff.
White Night-Party
Am Abend steht die TUI White Night Party auf dem Programm – eines der bekanntesten Eventformate an Bord der Mein‑Schiff‑Flotte. Die Gäste kleiden sich traditionell in Weiß, was auf dem Pooldeck eine besondere, Stimmung erzeugt. Wir feiern bis spät in die Nacht :-)

10. Juni 2026
Athen

Am Morgen liegt die Mein Schiff 5 im Hafen von Piraeus. Heute fahren wir mit der U-Bahn nach Athen. Vom Anleger fährt man mit einen der Busse bis zur Station "Metro" und kann dann mit der Linie 1 oder 3 in die Innenstadt fahren. Preis für ein 24h Ticket ~8 EUR pro Person.
Wir steigen in der Altstadt (Plaka genannt) am Monastiraki-Platz aus und erkunden die vielen alten Städte, es ist alles sehr nah zusammen.
Schon die ersten Bilder zeigen, wie unmittelbar Antike und moderne Grossstadt hier nebeneinanderliegen: Strassenverkehr, dicht bebaute Huegel und dazwischen Saeulen, Tempelreste und monumentale Tore. Die Hadrians-Bibliothek, die römische Agora oder der Turm der Winde sind alle fußläufig erreichbar.
Wir sehen unter anderem das Olympieion mit seinen maechtigen Saeulen und den Hadriansbogen. Danach fuehrt der Weg durch das politische Zentrum der Stadt. Vor dem griechischen Parlament auf dem Syntagma-Platz erleben wir die Wachabloesung der Evzonen. Die traditionelle Uniform, die praezisen Bewegungen und die ernste Zeremonie bilden einen starken Kontrast zum lebhaften Verkehr ringsherum.
Anschliessend geht es weiter zum Nationalgarten und zu weiteren klassizistischen Gebaeuden im Zentrum.
Gegen Mittag geht es zurück mit der Linie 3 zum Schiff und wir genießen unser Abendessen im "Hanami – By Tim Raue"
Epidaurus, Mykene und der Kanal von Korinth
In Nafplio lagen wir auf Reede - bedeutete wir mussten erst mit dem Tenderboot vom Schiff an Land gebracht werden. Erst dann konnte der Ausflug starten.
Von Deutschland hatten wir bereits ein Taxi (https://www.taxi-nafplio.gr/) gebucht. Dimitris hatte uns eine Tour vorgeschlagen und wir konnten direkt nach Ankunft starten. Gemeinsam mit Dimitris' Frau Anastasia starteten wir nach Epidaurus.
Das antike Theater von Epidaurus.
Die steilen Sitzreihen umfassen die runde Spielflaeche, dahinter stehen Pinien und Berge unter einem klaren blauen Himmel. Die Anlage ist streng, offen und beeindruckend gut erhalten. Man kann sich leicht vorstellen, wie Stimmen hier ueber Tausende von Plaetzen getragen wurden.
Wenn man unten eine Münze fallen ließ, kann man den Klang bis oben hören.
Mykene
Danach fahren wir weiter zu den Ausgrabungen von Mykene, einer der bedeutendsten Städte der spätbronzezeitlichen mykenischen Kultur (ca. 1600–1200 v. Chr.). Gewaltige Zyklopenmauern aus bis zu 20 Tonnen schweren Kalksteinblöcken umgeben die Anlage – so beeindruckend, dass die Griechen der Antike glaubten, nur mythische Riesen hätten sie errichten können.
Durch das berühmte Löwentor, den monumentalen Haupteingang aus dem 13. Jh. v. Chr., gelangt man in die Zitadelle. Das darüberliegende Relief zweier Löwen gilt als die älteste monumentale Skulptur Europas. Die Konstruktion aus vier gewaltigen Monolithen, einem Türsturz von rund zwölf Tonnen und dem markanten Entlastungsdreieck zeigt eindrucksvoll die technische Meisterschaft der Mykener.
Hinter dem Tor führen trockene Wege und steinerne Rampen hinauf zum ehemaligen Palastbezirk mit dem Megaron, dem Thronsaal, dessen architektonisches Konzept später die griechischen Tempel beeinflusste. Von oben reicht der Blick weit über Olivenhaine, Ebenen und Berge – ein Panorama, das einst die Macht und Bedeutung der mykenischen Herrscher unterstrich.
Besonders eindrucksvoll ist das sogenannte Schatzhaus des Atreus, ein monumentales Kuppelgrab aus dem 14.–13. Jh. v. Chr. Der lange, von hohen Steinwänden eingefasste Dromos führt in eine gewaltige Tholos mit einer Höhe von 14,5 Metern – einst die größte freitragende Kuppel Europas. Innen ist es dunkel und kühl; nur durch die Tür fällt ein heller Lichtkegel in den Raum, der einst als Grabstätte eines mykenischen Herrschers diente
Kanal von Korinth
Ein weiterer Hoehepunkt ist der Kanal von Korinth. Das tuerkisfarbene Wasser liegt tief zwischen fast senkrechten Felswaenden. Von der Bruecke aus wirkt der Kanal wie ein schmaler, gerader Schnitt durch die Landschaft. Tief unten faehrt ein Boot durch die enge Passage, waehrend wir von oben auf das technische Meisterwerk schauen.
Der Kanal von Korinth ist eine der spektakulärsten Wasserstraßen Europas. Er wurde zwischen 1881 und 1893 gebaut und am 6. August 1893 eröffnet. Der Kanal ist 6,34 km lang, am Wasserspiegel etwa 24,6 m breit und wird von bis zu 79–85 m hohen, nahezu senkrechten Felswänden eingerahmt. Er verbindet den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth und verkürzt die Seeroute um bis zu 325–400 km, da Schiffe nicht mehr den gesamten Peloponnes umrunden müssen
Sailaway-Party
Das letzte Abendessen im Atlantik-Restaurant war diesmal leider nicht gut - der Service hängt absolut hinterher und kommt auch bei den Speisen durcheinander. Dafür gab es noch eine schöne Sailaway-Party bei toller Abendstimmung.
Fazit & Abreise
Der letzte Tag geht wieder früh los. Um 07.50 der Transfer zum Flughafen. Leider zu früh, der Flieger hat Verspätung.
Der Flughafen selbst gibt auch keinen Anlass zur Freude hier warten zu müssen und steigert die Abreiselaune nicht so wirklich - es bleiben schöne Erinnerung an tolle 7 Tage an Bord der Mein Schiff 5.

























































