Tag 7 und 8

Senja - ein Traum

Die Nacht an der Straße war absolut ruhig. Gefühlt ist ein Auto an uns vorbei gekommen. Oder wir waren zu Müde. 

Von Senjahopen bis Skaland, wo unsere Wanderung starten soll, sind es 20 Kilometer zu fahren und der Weg führt an Ersfjord vorbei. Der tolle Strand fiel uns sofort ins Auge. Leider nicht nur uns, der Parkplatz war gerammelt voll. Wohnmobil an Wohnmobil und in den Dünen etliche Camper. 

Gut das wir vorher schon ein Plätzchen gefunden haben. 

Wir fahren weiter nach Skaland. Am Hafen ist hinter dem Supermarkt ein großer ausgeschilderter Parkplatz. Auch hier stehen schon ein Paar Wohnmobile, die anscheinend die Nacht hier verbrachten. Wir gesellen uns dazu und schnüren die Wanderschuhe.

auf dem Hochplateau. 

Unsere Wanderung soll zum 630 Meter hohen Berg Husfjell führen. Wir haben die Wanderung im Wanderführer gesehen und ist angegeben mit 3-5 Stunden und 7 Kilometern.

Der Start war von der Straße schwierig zu finden. Am einfachsten ist es zur Kirche zu gehen, hier beginnt der Weg. Anfangs führt der Weg noch auf einem breiten Feldweg leicht bergauf, bis man nach ungefähr 2 Kilometern auf einen steilen Trail wechselt,.

Ein Hinweisschild empfiehlt Trekkingstöcke zu verwenden. Natürlich, hab ich meine im Wohnmobil gelassen. Wie es sich später herausstellt, blöde Entscheidung - aber Yvonne hat immerhin aber welche dabei. 

Der Weg führt nun deutlich steiler bergan, und es wurde uns richtig warm. Der Schweiß lockte dabei auch eine Menge kleine Fliegen an, die richtig nerven konnten, wenn man stehenblieb.

Den ersten Halt machten wir am 330 Meter hohen Sommerdalhaugen. Die Baumgrenze scheint am oberhalb des Polarkreises schon wesentlich niedriger zu sein, Bäume stehen hier nur noch wenige.

Der Weg führte uns nun erstmal durch ein morastiges Hochplateau. Auch wenn es nicht bergauf ging, war es doch auch herausfordernd springen von Bohle zu Bohle und Balancieren auf schmalen Stegen um nicht durch den Schlamm zu gehen. In der Ferne sah man bereits die nächste Erhebung auf uns zu kommen. 

Nach dem die Balance-Übungen gemeistert waren, folgte der steile Aufstieg. Fast schon wie in den Alpen und ziemlich viel Geröll - wir mussten klar einem Jogger unseren Respekt zollen, der von oben kam und für die Strecke nur 1,5 Stunden benötigte. Dabei fanden wir, das wir für unsere Verhältnisse ziemlich gut unterwegs waren und beeindruckt von der immer besser werdenden Aussicht. Mit jedem Höhenmeter gab es schönere Aussichten. 

Der Anstieg war zwar mit ziemlich vielen groben Geröll gepflastert aber ging recht gut zu laufen. Nur das letzte Stück zum Gipfel ist sehr schmal und eng - also wer Höhenangst hat, sollte dann die letzten Meter gut aufpassen.

Es ist ein ziemlicher schmaler Grat und man sollte hier schwindelfrei und trittsicher sein. Der Ausblick entschädigt natürlich für die Strapazen. 

Es gibt ja Momente, wo man doch überlegt eine Drohne mitzuschleppen. 

Den Rückweg konnten wir ebenso genießen bei strahlender Aussicht und immer noch kamen uns viele andere Wanderer entgegen. Ab dem Sommerdalshaugen wurde es dann wieder schwieriger. An einigen Stellen war der Abstieg sehr rutschig und hier waren die Wanderstöcke wirklich eine Hilfe - aber ansonsten war es gut zu laufen.

Nach fast 5 Stunden inklusive unserer zahlreichen Pausen und Fotostopps waren wir dann wieder zurück am Pössl. Im Hafen von Skaland beschlossen wir dann hier den Tag ausklingen zu lassen und über Nacht zu bleiben. Nach einer Dusche besuchten wir noch den benachbarten Supermarkt und füllten noch etwas unsere Vorräte auf. 

Spannenderweise gab es selbst hier oben im hohen Norden, Clausthaler Alkoholfrei aus unserer Heimatregion... (trinken wir sonst ja nicht, aber das war es uns mal wert ;-) 

Tag 8

Der nächste Tag begann mit dicken, dunklen Regenwolken, weshalb wir dann doch unsere Strategie fortsetzen, dem schönen Wetter entgegen zu fahren, statt 3 Tage im Regenwetter zu bleiben. Keine Wanderung sondern rüber auf die Vesteralen.

Es gibt einen langen Landweg - ca. 450 Kilometer oder, wie wir es gemacht haben, eine Fähre von Gryllefjord nach Andenes.

Die Fähre Gryllefjord fährt allerdings nur drei Mal täglich (Stand 2019: 11 Uhr, 15 Uhr und 19 Uhr). Da konnten wir entspannt die Landschaftsroute weiter entlang fahren und noch einen Stop an der Aussichtsplattform Bergsbotn einlegen. 

Danach folgte eigentlich noch ein weiterer Stopp beim größten Troll Norwegens - den Senjatroll. Leider war dieser aber bei einem Feuer ums Leben gekommen und damit fehlt ein Highlight von Senja. Es ist noch offen, ob der Troll jemals wieder aufgebaut wird.

Am Parkplatz vom Senjatroll ist übrigens eine Entsorgungsstation, die wir auch gleich nutzten, bevor wir nach Gryllefjord weiter fuhren. 

Dort war der Parkplatz für die Fähre bereits ziemlich gut gefüllt und wir ordneten uns in die letzte Spur ein. Na hoffentlich ist die Fähre groß genug, Gryllefjord war jetzt eher überschaubar und viel zu sehen gab es hier nicht. 

Aber, die Fähre war groß genug und es wurde sehr platzsparend geparkt. Irgendwie hatte ich schon bedenken mit dem riesigen Bus neben uns. 

Natürlich war es dann auch noch stürmisch und es schwankte recht gut. Aber Ändern an der Situation konnten wir nicht und so gingen wir trotz Sturm und Regen an Deck in der Hoffnung vielleicht einen Wal zu entdecken.

Vor Andenes ist immerhin einer DER Spots zur Walbeobachtung in Nordeuropa und es gibt hier 2 Anbieter die Touren anbieten. Nachdem die Fähre angelegt hat, sind wir direkt zu Whalewatching Andenes gefahren und haben gefragt welche der Fahrten in den nächsten Tagen noch frei sind. Heute wollten wir dann nicht unbedingt. 

Am nächsten Morgen um 11.00 Uhr war noch Kapazität frei. Wir haben (ohne großartig zu überlegen) nicht lange gezögert und gebucht. - Hätten wir überlegt, wär uns vielleicht eingefallen den Wetterbericht zu prüfen. Aber so durften wir uns um 09.00 Uhr im Walbeobachtungszentrum von Hvalsafari einfinden, wo es noch eine Führung und Erklärungen zur Tour im Vorfeld gibt.

Der folgende Tag war daher schon mal klar und so benötigten wir nur noch eine Übernachtungsmöglichkeit und Rest-Programm für den heutigen Tag. Das Regenradar bleib bei sehr ergiebigen Regen für den restlichen Tag, und wir suchten nach etwas Indoor. Die Wanderung von gestern merkten wir auch noch leicht, also war das schon ok. 

Ein gutes Ziel ist (eigentlich) das Andoya Spacecenter in der Nähe von Andenes. Eigentlich, weil die Ausstellung überarbeitet wurde und diese erst im Jahr 2020 neu eröffnet. 

Wir fanden in Dverberg ein schönes Cafe mit Seifenmanufaktur. Die Zimtschnecke im Cafe Alveland waren total lecker (http://www.alveland.no/

Vor Alveland stand eine Kirche, die zur Besichtigung geöffnet war und irgendwie schien man froh das jemand vorbei kam und bot uns einen Kaffee an. Ob es jetzt daran lag, dass wir die einzigen Besucher heute waren?

Zur Übernachtung sind wir zurück nach Andenes auf den Camping gefahren. Wir brauchten unbedingt einmal 230V um Computer und Kamera-Akkus mal nachzuladen. Bisher haben wir noch keinen Wechselrichter an Bord.

Der Platz liegt günstig gelegen 2 Kilometer entfernt von der Basis des Whalewatching-Zentrum.

Und auch die Übernachtungskosten von 250 Norwegische Kronen inkl. Strom sind für die Lage hier sogar richtig günstig.

Nur zum Baden bei den traumhaften Sandstrände waren wir wirklich nicht bereit. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja noch :-) 

Infos

Fähre Senja Vesteralen

Der Fahrplan kann unter https://www.tromskortet.no/ 
heruntergeladen werden. Leider stehen dort noch keine Preise.

Die Fähre kostete für unser Wohnmobil und 2 Personen ca. 800 NOK. (bis 7 Meter Länge).

Andenes Camping

Preis inkl. Strom, Ver+Entsorgung 250 NOK - Duschen extra. 

Webseite: https://www.whalesafari.no

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