Tag 4

Nordkapp & Hammerfest

am Nordkapp

Weitere Infos und die älteren Artikel der Serie findet Ihr am Ende des Artikels.

Obwohl es ruhig war waren wir früh wach. Richtig gut geschlafen haben wir nicht. Der Wind hatte - trotz das wir im Windschatten eines größeren Fahrzeuges standen - immer ordentlich an den Dachluken und am Fahrzeug gerüttelt. Vielleicht waren wir auch einfach zu aufgedreht. 

Draußen war es trocken und die Sonne schaute ab und an zwischen den vielen Wolken hervor.

Eigentlich waren wir ja noch müde, aber wer natürlich waren wir auch neugierig, aufgeregt auf die große Kugel, die alle so magisch anzieht.

Und wer weiß wann der nächste Regenschauer und der nächste Reisebus kommt - wir ziehen uns direkt an. Die Wetter-App (YR.NO des norwegischen Wetterdienst) ist der Meinung, dass wir uns lieber warm anziehen sollten. Also lieber eine Lage aus dem Kleiderschrank nehmen und raus.

Viele haben sich noch nicht aus Ihrem Wohnmobil herausgetraut - der Platz ist ruhig und leer.

 Wir gehen zielstrebig direkt um die Nordkaphallen herum - hier bläst der Wind noch stärker uns entgegen. Aber die Kugel ist in Sicht und wir sind nun wirklich am Ende Europas (zumindest den man eben so erreichen kann angekommen.

Koordinaten:
71°10'16.372" N
25°46'57.964" E 

Niemand ist sonst an der bekannten Weltkugel, die das Ende des Europäischen Festlandes markieren soll. 

Funfact am Rande: der nördlichste Punkt Europas ist eigentlich die Landspitze Knivskelodden, die aber nur zu Fuß mit einer 19 Kilometer langen Wanderung zu erreichen ist. 

Die Wolken ziehen ziemlich schnell, und so haben wir immer mal Glück im eisigen Wind einige Fotos mit etwas Blau im Himmel von uns und dem Globus zu machen.  

Sehr lange brauchten wir aber nicht warten bevor sich andere Reisende zu uns gesellen und die Ruhe vorbei war. 

Machte aber auch nix, im eisigen Wind hielten wir es auch nicht länger aus. Wir gingen erstmal in die Nordkap-Hallen. Alle Einrichtungen waren noch geschlossen. Es gibt Restaurants, ein Museum und was natürlich nicht fehlen darf ein Souveniershop. 

Aus dem Wohnmobil heraus beobachten wir, wie das Kapp langsam erwacht, die ersten Busse und Tagestouristen fahren vor. Wohnmobile starten die Rückreise und andere kommen an. 

Das einzige was wir im Shop kaufen ist eine Postkarte, um diese nach Hause zu senden. Souvenirs sind ja eh nicht so unser Ding. Vor der Weltkugel ist es nun voll und sich allein dort zu fotografieren, schwierig bis unmöglich. Gut das wir so früh da waren.

Die Ruhe ist vorbei, wir spazieren noch etwas über das Plateau, das auch merklich voller ist - für uns ein Zeichen nun den entspannten Teil der  Norwegen-Reise zu beginnen.

Ein Blick aufs Wetter (App YR.NO siehe infobox) bestätigt unser Vorhaben - auf nach Hammerfest, für Nachmittag ist hier Sonnenschein angesagt. 

Bei genau Kilometerstand 4.000 waren wir am Nordkap angekommen, mal schauen wo wir am Ende stehen.

Bereits auf den ersten Kilometern merken wir das unser nächtlicher Endspurt gar nicht so blöd war. Hatten wir nachts fast keinen Gegenverkehr und konnten entspannt fahren.  Das sieht nun deutlich anders aus. Wohnmobil um Wohnmobil kommt uns entgegen und wir aus dem Grüßen der Fahrzeuge nicht heraus. Das eine oder andere Mal müssen wir auch warten, die Straße ist nicht immer breit genug für 2 Fahrzeuge.  Außerdem ist nicht jedes Fahrzeug für die teils steilen Anstiege und 5 Tonnen eigenwicht gut genug motorisiert und man tuckert langsam hinterher. 

Aber wir müssen ja nicht hetzen und heute ist genug Zeit. Wir stoppen das eine oder andere Mal in der kargen Landschaft, die hier vorherrscht.

Andere Nordkapreisende fanden diese Landschaft eher trostlos - wir finden die Landschaft zwar karg, aber keineswegs uninteressant. Eher fühlen wir uns an Islands Westfjorde erinnert. Es ist halt nicht Fjordnorwegen. Dafür gibt es hier viele Rentiere

In Olderfjord müssen wir tanken - es ist für uns die erste Tankstelle an der E69 seit dem Nordkap (vermutlich gab es in Honnigsvag auch noch eine) aber entsprechend groß ist der Andrang. Und der Preis. Aber so ist das mit Angebot und Nachfrage.

Wir tanken trotzdem voll und fahren ein kleines Stück Richtung Alta zurück bevor es auf die E94 gen Hammerfest weitergeht. 

Die Norweger haben sich schon gut mit Ihren vielen Inseln und Bergen arrangiert. Diesmal führt eine imposante Brücke auf die Insel Kvaløya an dessen Westseite Hammerfest liegt. Wir folgen der Beschilderung Wohnmobilstellplatz und bekommen einen der letzten beiden Stellplätze mit direktem Meerblick, dabei ist es gerade mal 14.00 Uhr. 

Insgesamt gibt es hier im Zentrum von Hammerfest 14 Stellplätze. Stromversorgung ist vorhanden und im Sommer gibt es auch Ver- und Entsorgung. Kosten 280 NOK pro Tag, ca. 28 EUR. Dafür bekommt man eine wirklich tolle Lage direkt in Hammerfest geboten. 

Der Wetterbericht hatte ja eigentlich Sonnenschein vorhergesagt - aktuell war der Sonnenschein aber eher flüssig - immerhin das Regenradar lässt hoffen.

Hammerfest

Yvonne betreibt etwas Augenpflege bevor wir die (ehemals) nördlichste Stadt der Welt erkunden. Ehemals, weil auch Honnigsvag im Jahr 1998 den Status Stadt erhielt.  

Wenige Meter vom Stellplatz entfernt, ist die Royal and Ancient Polar Bear Society beheimatet (siehe Infobox). Wir sind nun Mitglied, wer weiß ob wir hier noch einmal herkommen. 

Mittlerweile hatte das Wetter aufgelockert. Allzuviel gab es in Hammerfest aber nicht zu sehen, viele Gebäude wurden im 2. Weltkrieg zerstört und die Stadt wurde komplett neu aufgebaut. Insgesamt ist alles sehr modern gestaltet. 

Hvaldimir

Unsere Aufmerksamkeit erregte eine eine Menschenansammlung am Hafenbecken. Wir wussten noch nicht ganz warum, hier so viele Touristen standen, aber als wir im Hafen einen weißen Wal entdeckten leuchtete es uns ein. Es war Hvaldimir ein Belugawal, der im April 2019 für internationale Schlagzeilen gesorgt hat.

Hvaldimir ist zusammengesetzer Name aus dem norwegischen Begriff für Wal (Hval) und dem Russischen Vladimir, wegen des Verdachts ein "russischer Spion zu sein". 

Als er das erste Mal gesichtet worden war hatte er ein Geschirr für Kameras um und konnte erstaunlich gut mit Menschen umgehen und unter anderem Dinge apportieren. Einer Frau ist einmal das Handy ins Hafenbecken gefallen, was Hvaldimir wieder zurückbrachte. 

Die Forscherin in Hammerfest erklärte man versuche zunächst Hvaldimir umzusiedeln, da das Hafenbecken von Hammerfest ziemlich ungeeignet für das Tier ist.

Nach der "Vorführung" beendeten wir unseren Stadtrundgang und genossen einfach das tolle Wetter und die Mitternachtssonne bei einem Glas Wein. 

Infos

Hier findet die vorherigen Artikel unserer Norwegen-Tour:

Stellplatz Hammerfest

14 Stellplätze,
teilweise direkt am Ufer. 

  • Stromversorgung: ja
  • Wasser/Abwasser: ja - in der Sommer-Saison
  • WC-Chemie Entsorgung: ja

Preis:
280 NOK pro Nacht
Webseite:
www.hammerfestparkering.no

ISBJØRNKLUBBEN - DER EISBÄREN CLUB IN HAMMERFEST

Um Mitglied zu werden muss man persönlich den Club in Hammerfest besuchen. Man bekommt vor Ort einen Ausweis, eine Urkunde und einen kleinen Eisbären als Anstecker. 

Mitgliedsgebühr (einmalig): 220 NOK
Webseite:
https://www.isbjornklubben.no/ 

YR.NO

Die Vorhersagen des norwegischen Wetterdienstes waren sehr gut und haben uns gut bei der Tagesplanung geholfen.

Entweder nutzt man die kostenlose App oder geht auf die Webseite https://yr.no 

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